Frank Sander Motorshow

How to Judge a Motorcycle

Als Jurymitglied und Chief Judge auf vielen Events in Europa und Übersee werde ich immer wieder gefragt, wie man ein Bike bewertet. Hier möchte ich einmal erklären wie ein Judging ablaufen sollte. Je nachdem welches Zeitfenster zur Verfügung steht, kann man pro Bike eine komplette Juryliste anfertigen (siehe unten) oder man bewertet pro Klasse und sucht die Plätze anhand der vorhandenen Fahrzeuge aus. Auch da sollte man sich an die unten aufgeführten Punkte halten, um es fair zu gestalten. Zuerst möchte ich darauf hinweisen, dass ich bei vielen Events nur ein Teil der Jury bin und dort 5-8 Mitglieder bewerten, meine eigene Stimme also nur zu 1/6 -1/8 zählt. Als Chief Judge entscheide ich in der Regel bei Punktegleichstand welches Bike welchen Platz bekommt, oder das Team geht nochmals zur Beratung zu den Bikes. Aufgrund meiner Erfahrung von über 20 Jahren, fällt auch auf, dass viele Teilnehmer Ihre Bikes und auch die Bikes der anderen Teilnehmer oft nicht objektiv bewerten, was am persönlichen Geschmack liegt. Beim Briefing sollte die Jury sich vom persönlichen Geschmack freimachen und lediglich die Handwerkskunst sowie andere Faktoren bewerten.

In der Aufstellung findet man einen Überblick, wie ein Bike zu bewerten ist. Die Punkte werden dann addiert und ergeben die Gesamtpunktzahl:

Judging Points max, each category

Overall Harmony & Style  max. 10P                                      

Ideas & innovation max. 10P                                   

Metal – or Plasticwork fitment of parts max. 10P                                           

Accessories / Aftermarket & Selfmade Parts max. 10P                                 

Drivetrain (engineering, design & originality) max. 10P                               

Finishing max. 10P                                       

Paint max. 8P                                 

Safety & drivability max. 8P                                     

Chrome, polishing or other coatings max. 6P                                   

Wiring max. 6P 

Am Ende beantworte ich noch einige Fragen, die immer wieder gestellt werden:

Warum trennt man professionelle Customizer nicht von „Hobbyschraubern“?

Erstens, wo hört der Begriff „Hobbyschrauber“ auf und oft genug werden Bikes gekauft und einige Besitzer geben vor, selbst Hand angelegt zu haben. Dies können wir vor Ort nicht prüfen. Und zudem haben einige „Hobbyschrauber“ schon Bikes gebaut, die so perfekt sind, dass sie wiederum in die Profiklasse gehören und einen einfach durch Details und Verarbeitung glänzen, die einem gekauften Bike überlegen sind.

Es sind Bikes dabei, die nicht richtig fahren, wie werden diese bewertet?

Erstens ist „fahren“ ein dehnbarer Begriff und es gibt den Punkt drivebility und safety, bei dem einige Bikes dann entsprechend weniger Punkte bekommen. Hier achten wir auf Bremsen, Mittigkeit der Hinterräder usw. Bei einer Ride Inn Show fallen z.B Bikes aus der Wertung, die nicht aus eigener Kraft auf das Gelände fahren, oder bei der AMD, bei denen ich seit 15 Jahren als Fotograf und Judge tätig bin,  muss ein Fahrvideo geliefert werden.

Kann ich auch in der Jury dabei sein?

Grundsätzlich ja, wenn das Fachwissen vorhanden ist. Gern nehme ich auch 1-max. 2 Personen mit, wenn ich Bikes bewerte, wenn der Zeitrahmen es zulässt.

Wie kann man einen Bobber mit einem Chopper oder einem Caferacer vergleichen?

Ganz einfach, anhand der Punkteliste, denn egal welcher Stil oder welche Marke, gute Arbeit und ein perfektes finish so wie alle anderen Komponenten sind nicht markenabhängig.

Bei den Oldtimern gibt es originale und Umbauten, wie wird dieses bewertet?

 Zuerst kommt es bei einigen Shows darauf an, dass Rahmen und Motor original sind. Da es auch schon zu früheren Zeiten Umbauten gab, erinnern wir uns an die Cafe Racer am Ace Cafe, den Chopper von Peter Fonda oder andere Bikes, ist es völlig legitim auch einen Oldtimer zu modifizieren.                                                       

Wann ist ein Serienbike noch ein Serienbike für die Klassifizierung?

Solange die Papiere dieses aussagen, der Lenkkopf nicht geändert ist und die Rahmengeometrie beibehalten ist, ist es ein Serienbike, auch wenn ein breites Hinterrad verbaut ist. Kurz, solange Anbauteile montiert sind, gilt es als Serienbike. Dies alles ist meine persönliche Erfahrung und spiegelt nicht unbedingt das wieder, was einige Veranstalter vorgeben. Es gibt keine einheitliche Regelung und so weichen auch oft die Ergebnisse von Show zu Show ab. Am Ende ist eine Bikeshow ein Zusammenkommen kreativer Menschen, die aus ihrem Bikes etwas besonderes gemacht haben und das sollte jeder respektieren.

Text & Fotos by Frank Sander

Related posts

Vorstellung des K2 Bikes Made by Lottermann

HARLPLANADM

Big Wheelers

HARLPLANADM

Sportster – Nicht nur für Ladies

Adrian

WorldofBikers.de verwendet lediglich essenzielle Cookies um Funktion und Performance zu gewährleisten. OK Mehr Infos

error: Content is protected !!