Frank Sander Motorshow

Sportster – Nicht nur für Ladies

Viele Jahre wurde die agile Sportster im Customizing vernachlässigt und von vielen Bikern zu Unrecht als Frauenbike abgestempelt. Als 1957 das Model XL Ironhead vorgestellt wurde, fand es in kürzester Zeit Prominente Besitzer wie Elvis Presley und andere bekannte Größen aus der Film- und Musikbranche. Das Modell erfreute sich überall großer Beliebtheit, was zum einen an der Handlichkeit des Bikes und zum anderen an dem durchzugsstarken Motor lag. Das inspirierte auch die Rennteams, bei denen die Sportster zu einem beliebten Bike für Dirt Track und Flat Track Rennen wurde und nicht zu vergessen, der legendäre Stuntfahrer Evel Knievel, der seine spektakulärsten Stunts auf einer Sporty absolvierte.

Die Factory reagierte auf den Trend und schuf legendäre Bikes, wie die XR 750 und die XR 1000, die als Factory Racer genutzt wurden und ebenfalls einen heute sehr seltenen Cafe Racer, die XLCR 1000, die später als Vorlage für viele Customizer diente. Obwohl Harley noch einen Sportster Cup schuf, verwässerte sich der Stil etwas und mit den Hugger und Custom- Modellen, die sehr erfolgreich waren, schien das Interesse am Rennen und an den Umbauten erloschen zu sein. Sie dienten als Basis für leichte Modifikationen und der Markt war in den 90er Jahren sehr überschaubar. Heckumbauten mit 150er Reifen, geänderte Tanks so wie Spiegel und Auspuffanlagen waren an der Tagesordnung und nur wenige Customizer boten wirklich individuelle Umbauten an. Mit der Jahrtausendwende entdeckte eine neue Klientel die Sportster. Junge Customizer und Garagenschrauber kauften günstige Sportys und bauten Bobber im alten Stil. Ohne viel Chrom und Zubehör wurde alles entfernt was überflüssig war und so schufen sie eine Basis für weiteres Customizing. Wohl kein Modell von Harley ist in so viele Stile verwandelbar wie die „Sporty“. Einige Customizer erinnern sich an die legendären Rennerfolge und bauen radikale Racer mit Stummellenkern, getunten Motoren und modernen Niederquerschnittreifen mit reichlich Grip, während andere den Cafe Racer Stil aufgreifen und mit angefertigten Heckteilen und kleinen Verkleidungen den Stil der 70er Jahre wieder aufleben lassen.

Nachdem die 48 auf dem Markt erschienen ist, gab es einen echten Run auf die Sportys und dieses Modell war ein gefundenes Fressen für die Customizer. Mit wenigen Änderungen werden die Factory Customs zu individuellen Bobbern umgebaut und dienen ebenso als Basis für Bikes mit fetten Stollenreifen im Tracker Style oder werden kurzerhand mit gereckten Gabelbrücken zu optisch zweifelhaften Softchoppern umgebaut. Auf den Bikeshows stieg die Zahl der Sportys in den letzten Jahren um ein mehrfaches an, was den Trend zur Sporty wiederspiegelt. Allein bei der European Bike Week, war die Kategorie die am besten besetzte und für die Jury extrem schwer zu bewerten, da die Stile extrem unterschiedlich sind und inzwischen auch hervorragend restaurierte Ironheads oder Radikal abgespeckte Bikes aus frühen Baujahren auftauchen. Selbst Rahmenhersteller setzen inzwischen auf den leistungsstarken und kompakten Motor und bieten Starrahmen und Dragsterrahmen für das Sportytriebwerk an. Vorbei ist die Zeit,  dass man die Sportster als Mädchenbike und Aussenseiter behandelt. Sie wurde von einer neuen, jungen Generation zu einem echten, auch preislich attraktivem Customtrend gemacht.

Text & Bilder by Frank Sander

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