Frank Sander Motorshow

Kahlid, der Motorrad Traveller aus Katar

Khalid Al-Jaber stammt aus Katar, wurde jedoch in Ägypten geboren, als sein Vater dort stationiert war. Als Kind lebte er in Genf, Deutschland, London Doha und Japan.
Seit 2011 unternimmt er Motorrad- Adventure- Touren rund um die Welt. Er startete im Jahr 2012 mit kleineren Trips und unternahm ab 2017 seine großen Expeditionen auf dem Kontinent. Khalid fuhr unter anderem die Seidenstraße, die Transamerica und nun beginnt das Abenteuer Südafrika. Khalid fuhr viele Male mit dem Kevin Sanders, der diverse Weltrekorde im Guiness Buch hält, den er als Vorbild für Motorrad Abenteuer Reisen ansieht. Viele dieser Reisen wurden von Kevins Firma „Globe Busters“ geplant und organisiert. Khalid ist der erste Biker aus Nahen Osten, der auch transamerikanische Reisen unternommen hat. Wir haben ein Interview mit ihm geführt, was ihn dazu bewogen hat, diese Touren zu unternehmen.

FS: Du bist ein erfolgreicher Geschäftsmann und hast nun viel aufgegeben, um deinen Traum zu leben, wie kam es dazu?

Khalid: Frank, es war ganz einfach. Ich bin in Katar geboren und habe diverse Abschlüsse auf internationalen Schulen, hatte aber nie die Möglichkeit meinen Traum zu leben und wirklich frei zu sein, um mit dem Bike verschiedene Länder zu erkunden. Ich war Offizier bei der Armee, habe eine Film- Produktions Firma und wirklich ein gutes Leben, doch mich reizte die Herausforderung, an meine Grenzen zu gehen und verschiedene Kulturen kennen zu lernen.

FS: Was waren deine ersten Touren und mit welchen Bikes?

Khalid: Ich bin zuerst in meinem Land gefahren und da meine Familie zeitweilig in Bonn gelebt hat, habe ich in Europa als erstes einen Trip von Bonn nach Österreich unternommen. Danach kam Spanien, Italien, Dänemark und der Rest Europas dran. Meistens war ich mit einer BMW unterwegs, habe jedoch auch 2 Touren am Himalaya mit Royal Endfields unternommen, die ich immer noch habe, weil sie extrem zuverlässig sind.

FS: Ich selbst habe mit meiner Frau einen Trip durch die 7 Emirate unternommen; wusstest du, dass du der Grund warst, denn ich habe den Trip im Internet gesehen und die Route dann einfach kopiert.

Khalid: Das wusste ich, denn ich habe dich auch im Internet verfolgt und freue mich, wenn ich Leute inspirieren kann.

FS: Was war der erste richtig große Trip?

Khalid: Das war in 2017 die Seidenstraße. Ich durchquerte die Seidenstraßenreise (London – Peking) durch 19 Länder. Von London nach Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und schließlich über Tibet nach China. Es war abgesehen von dem harten Gelände, auch eine sprachliche Herausforderung durch diese Länder zu fahren. Besonders in Ländern mit vielen Einschränkungen und Genehmigungsproblemen wie Turkmenistan und Tibet. Ich musste z.B. die Turkmenische Wüste mit 730 km auf einer Straße voller Schlaglöcher unter Zeitdruck durchqueren, da mein Visum um 12.00 Uhr nachts ablief und ich bei Dunkelheit recht schnell fahren musste, was am ende geklappt hat und ich nach der Grenze mehrere Stunden auf meinem Bike schlief, da ich völlig erschöpft war.

FS: Dann hast du die Transamerica gefahren und warst 5 Monate unterwegs.

Khalid: Ja, das stimmt. Die „Transamerika“ Route, angefangen vom Nordpolarmeer über die Region Dead Horse in Alaska bis hinunter nach Ushuaia – Argentinien, durchfuhr ich durch 15 Länder mit 40.000 km in 5 Monaten. Diese Reise hatte viele Herausforderungen, wie zum Beispiel das Durchqueren von Ländern, in denen es zu Zusammenstößen zwischen Bürgern und Regierung, Straßensperren und viel Gewalt kam. Zum Beispiel musste ich Costa Rica während einer Zeit großer Proteste und Straßensperren durchqueren. Während der 8 Tage fehlte es dem Land an Treibstoff und Nahrung. Ein weiterer Vorfall in Mexiko ereignete sich, als ich mich einer abgelegenen Stadt ausruhte. Ein molliger Mann kam auf mich zu und bot mir billiges Benzin an. Ich musste mit ihm gehen, weil ich dringend Benzin brauchte. Dann erreichten wir einen anderen Mann, der scheinbar der Boss war und der anfing, den anderen auf Spanisch anzuschreien Ich verstand nichts außer “Americano”, was sich viele Male wiederholt hatte, dann verließen sie mich beide. Ich ging zurück zu meinem Bike und fand eine Dame, die dort arbeitet und betete und sagte Gott sei Dank, dass du am Leben bist, das sind Menschenhändler und sie wollten dich entführen! Die schwierigste Fahrt während des Transamerikas Trips war in Orten wie den peruanischen Bergen; Höhenlagen, Schlammfahrten, Wasserdurchfahrten und Fahrten durch die berühmte Ruta 40 in Argentinien.
Khalid ist im Begriff, sein neues Abenteuer zu beginnen, das er “Herz des Planeten” nennt und Afrika von Kenia nach Südafrika durchquert. Wenn er zurück ist, wird er der Nähe von Bonn mit einem Partner eine Motorrad Vermietung mit Werkstatt einem Diner und Royal Endfield Vertretung sowie Customizing eröffnen, welches sie Moto Garage und Diner nennen werden und wo viele Videos zu den Touren gezeigt werden.

Interview, Text & Bilder by Frank Sander

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