Frank Sander Motorshow

The Chief Racer

Wenn in der Norddeutschen Tiefebene die Winter zwar nicht hart aber lang sind und zwei Spezialisten Ihres Faches zusammen treffen, dann kann schon einmal etwas Ungewöhnliches entstehen.

Swen Naber, Konstrukteur, Erfinder und Chief der Firma NHPower und Michael Naumann, der schon unzählige Bikeshow Gewinner auf die Räder gestellt hat, setzten sich in den Kopf einen Cafe Racer im Stil der Rockin 60’s mit modernster Technik zu bauen. Anstatt es sich einfach zu machen und eine Basis mit Boxer oder Einzylinder- Technik zu verwenden, wie es viele tun, sollte es ein kräftiges V2 Triebwerk sein. So studierten sie die biometrischen Daten und Gene des amerikanischen Dickschiffes; der Indian Roadmaster und erkannten das Potential von Motor und Technik des Touring Bikes.

Nachdem sie zu der Überzeugung kamen, dass dieses Projekt annähernd unmöglich umzusetzen ist, beschlossen sie entgegen jeder Logik, die Herausforderung an zu nehmen, denn einfach kann jeder. Sie zerlegten den Tourer in alle Einzelteile, um Ihre Ideen umzusetzen, denn von dem Dickschiff sollte am Ende nicht mehr viel zu sehen sein. Sie fertigten eine CAD Zeichnung an, konstruierten aufwendige Biegewerkzeuge sowie Schweißlehren und fertigten damit einen neuen Rahmen an, wobei der Lenkkopf mit Oberrohr vom Original übernommen wurde.

Der Plan war es, so viele Teile wie möglich vom Original zu übernehmen, um das ABS sowie andere Funktionen zu erhalten. So lagen geschätzte 10 Kilometer Kabel und diverse Steuergeräte auf der Werkbank, die am Ende sauber verstaut werden mussten und um es vorweg zu nehmen, es sind bei dem Bike alle Funktionen, inklusive der Heizgriffe, ABS, Tempomat und den kleinen Kellermann Blinkern voll funktionsfähig.

Den Motor ließen die Zwei bis auf den Auspuff und den Luftfilter unangetastet, da der Chief Racer durch den Umbau von 408 Kg auf unglaubliche 296 Kg abgespeckt wurde. Die Gabel und die Schwinge konnten mit einigen Modifikationen vom Original übernommen werden, wobei hinten nun in dem neu gestalteten Rahmen anstatt dem Zentralfederbein, so wie es in den 60ern war, zwei Stoßdämpfer arbeiten die von einer Indian Scout stammen.

Bei den Felgen ging man auch den Oldschool Weg mit Aluminiumfelgen- Speichenfelgen. Matthias von Bike & Wheels setzte alles dran die passenden Teile zu bekommen, um die ungefederten Massen zu reduzieren und als Krönung des ganzen, wurden die  originalen Radnaben verwendet. Für den Chief Racer Look, war es natürlich unvermeidlich, einen M-Lenker zu verwenden, den das V-Team anfertigte, der die Zwei für völlig irre erklärte, als sie erzählten wofür der Lenker gedacht ist. Für das banale Rücklicht wurden sie nach langem Suchen und Kataloge wälzen bei Louis fündig.

Nun galt es, die ausladenden Anbauteile zu entsorgen und gegen schlanke Cafe Racer Parts zu ersetzen, die es natürlich nirgendwo im Handel zu kaufen gibt. Hierfür fertigte das Team Presswerkzeuge für die Tankhälften, Holzformen für Höcker, das Dashboard und den Tacho an, damit alles Reproduzierbar ist. Nachdem die Formen feststanden, setzte Michael sich dann einige lange Tage und Nächte in seine Kammer, schweißte und schliff an den Parts, bis er den Tank, den Höcker sowie den Frontfender passgenau angefertigt hatte. Um zu zeigen wie die Arbeit am Ende geworden ist, wurden die Teile nicht unter einigen Kilogramm Spachtel und Farbe versteckt, sondern roh geschliffen und montiert.

Für die Fußrasten, die Stoßdampfer und andere Kleinteile, musste eine Indian Scout herhalten, aus der einige Teile modifiziert und dann verwendet wurden und als Spender für den Scheinwerfer diente eine BMW. Um dann die Steuergeräte neu zu programmieren und alle Funktionen zu testen, kam der Indian Dealer; Wild-East-Motorcycles ins Spiel, der das Testen und Feintuning übernahm. Aus der Indian Chief wurde so in Wochenlanger Handarbeit der Chief Racer und Swen wird nun alles daransetzen, eine Zulassung für die Anbauteile und den Umbau zu bekommen.

Bei einem Fahrtest beim Fotoshooting muss ich sagen, dass der Cafe Racer sich erstaunlich gut händeln lässt und selbst der M-Lenker ein gutes Fahrgefühl vermittelt. Wenn man den Vergleich wagen darf, ohne die Konstrukteure zu verärgern, würde ich sagen, der Chief Racer fährt sich wie eine Buell, der man etwas zu viel zu futtern gegeben hat.

Technische Daten  / Tech  Data

Erbauer  (Builders Names): Swen Naber / Michael Nauman

Besitzer (Owner’s Name): Swen Naber (NHPower)

Name des Bikes (Bike Name): Chief-Racer by NHPower

Model/ Baujahr: (Year/Model): Indian Chief Roadmaster 2017

Bauzeit (Time to build):  5 Monate

Motor Ausführung (Engine Make/Size): V2 49°

Hubraum (Displacement): 1811ccm / 111cui

Zylinder (Cylinder): 2                                 

Zylinderköpfe (Top End): OEM 2 Ventile          

Nockenwelle (Cams): Indian Stage-2

Vergaser (Carburator) 54mm Einspritzung

Auspuff (Exhaust system): NHPower mit Kat (nicht zulässig)

Zündung (Ignition): OEM

Getriebe / Transmission Type: Blockmotor

Gänge (Gears): 6-Gang Schalter

Kupplung (Clutch): OEM

Primärantrieb (Primary): OEM

 

Fahrwerk (Chassis): NHPower Doppelscheifenrahmen

Rahmen Hersteller/ Typ (Frame Make/Type): Steuekopf (Rahmen-Oberteil) OEM

Lenkkopfwinkel (Rake): 25°

Gabel (Front End): OEM

Gabelbrücken (Triple tree): OEM modifiziert

Schwinge (Swingarm): OEM modifiziert

Stoßdämpfer (Shock absorbers): Indian Scout OEM modifiziert

Bremsscheiben (Brake Discs): OEM

Vorn (Front): OEM 2x300mm

Hinten (Rear): OEM 1x300mm

Bremssättel (Calippers): OEM

Vorn (Front): OEM 2×4 Kolben

Hinten (Rear): OEM 1×2 Kolben

Vorderrad (Front wheel): Morat Alufelge 3,5×18 mit OEM Nabe / Bike&Wheels

Hinterrad (Rear wheel): Morat Alufelge 5,5×18 mit OEM Nabe / Bike&Wheels

Reifen vorn (Tires Front): Avon Cobra Chrome 140/70-18

Reifen hinten (Tires Rear): Avon Cobra Chrome 180/55-18

 

Accessoires

Riser (Risers): OEM modifiziert

Lenker (Handlebar): 32mm VA  M-Lenker NHPower, gebogen bei V-Team

Griffe (Grips): OEM mit 10 Stufen Griffheizung

Fender vorn (Front fender): NHPower / Michael Naumann

Fender hinten (Rear fender): NHPower / Michael Naumann

Fenderstruts: ——–

Sitz (Seat): NHPower / Michael Naumann

Fußrasten (Mid controls): NHPower Indian Scout modifiziert

Tank: NHPower / Michael Naumann

Öltank (Oiltank): ————

Elektrik (Electrics): Original / NHPower modifiziert

Lampe (Headlight): BMW

Rücklicht (Taillight): Louis LED

Blinker (Flasher): Kellermann Atto-Dark

Lack-Idee (Paint Idea): NHPower

Lack (Paint): Alu-Natur  

Sonstiges (Specials):

Tachometer, Instrumente: OEM Gehäuse NHPower / Michael Naumann

Schalter: OEM

Griffarmaturen: OEM

Spiegel: Rizzoma

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